Update 2017: Neptun in den Fischen (1)

Wie bereits versprochen, heute wird es wieder etwas mehr Astrologie geben.

In den vorherigen Artikeln habe ich mich mit Jupiter im Skorpion und dem Schmerzkörper befasst. Schon da wurde mir klar, dass diese alten Beiträge zum Thema Schutz und Abgrenzung einer Überholung und astrologischen Einordnung bedürfen.

Denn mittlerweile hat sich nicht nur bei mir, sondern auch gesellschaftlich und spirituell vieles verändert, was sich astrologisch wunderbar herleiten lässt – und was aber auch bedeutet, dass wir mit Schutz und der damit scheinbar einhergehenden Abgrenzung anders umgehen müssen.

Heute geht es erst einmal um die Grundlagen, um Fische und Neptun.

Los geht’s mit der Reise über den Ozean der Gefühle. Aber vielleicht befinden wir uns auf dieser Reise ja eigentlich in einem U-Boot, und tauchen nur ab und an mal auf – unter Neptuns Herrschaft wissen wir das nicht so genau.

Jupiter ist der klassische Herr der Fische, heutzutage teilt er sich den Thron mit Neptun, der als erster Herrscher gilt.

Neptun ist 2011 das erste Mal in die Fische gegangen, lief dann nochmal in den Wassermann zurück, um am 03.02.2012 endgültig das Zeichen zu wechseln. Er wird dort bis 2025/26 bleiben. Fische ist sein eigenes Zeichen, er steht stark dort. Und wie stark Neptun „wirkt“ konnten wir an seinem Durchlauf durch den Wassermann (das habe ich bereits in diesem Artikel beschrieben) sehen, denn dieser ging einher mit dem Internet und der weltweiten Vernetzung.

Fische sind ein bewegliches Wasserzeichen, neben Krebs (beginnend) und Skorpion (fix).

In den Wasserzeichen geht es um Emotionen, den Umgang mit Gefühlen. Im Krebs sehen wir das hin- und her von Launen und Emotionen, die Mütterlichkeit, das Kind, das Hegen und Pflegen.

Zum Krebs gehört der See (hier der Schlachtensee)
Zum Krebs gehört der See (hier der Schlachtensee)

Im Skorpion haben wir mit Tiefe zu tun, Tiefe von Gefühlen, auch den nicht so schönen, der Suche nach Sicherheit, wo doch überall unter der Oberfläche etwas rumort, man sich nicht sicher sein kann, was da aus den Tiefen der Wassersuppe bzw. Ahnensippe auftaucht. Krebs verbindet uns mit der Heimat, unserer Familie, Mutter und Vater, während Skorpion die Verbindung zur Ahnensippe herstellt.

Frühjahr in Potsdam
Flüsse sind Skorpion zugeordnet

 

 

Fische verbindet uns mit dem Ozean, der Menschheit, mit allem, was ist. Neptun/ Poseidon ist der Gott des Meeres, dessen Macht wir fürchten.

Die Zuordnungen zum Fische-Zeichen und Neptun sind vielfältig. Schon der Versuch, die Fische zu greifen, führt dazu, dass sie sich zu entziehen scheinen. Ganz anders als beim Stier oder Steinbock, den Erdzeichen. Ich stelle mal spontan zusammen:

  • Meer, Ozean, Fische und damit einhergehend Neptun/ Poseidon mit dem Dreizack. Und nicht nur Nemo, sondern auch die Muräne, die elektrische Schläge verteilen kann, Haie und Piranhas gehören ebenfalls dazu.
  • der „Schleier zwischen den Welten“, Spiritualität, Medialität, Träume, Phantasien und Fantasy-Romane, Nebel, Verirren und Verwirren, Drogenrausch, Delirien, Geschichten und Filme (Hollywood, die Traumfabrik!)
  • auf der anderen Seite Lug und Trug, die Täuschung (damit einhergehend die Enttäuschung), Lüge und Wahrheit oder was ist jetzt eigentlich wahr? Oder vielleicht sogar beides?
  • Rückzüge, freiwillige und unfreiwillige, Retreat, Krankenhausaufenthalte, Krankheit als Rückzug, Aussteiger.
  • Aussteiger und Ausgeschlossene, Hippies und Obdachlose, die Kranken, die psychisch Erkrankten, die in anderen Welten leben, die Opfer, die Hilfe benötigen. Aber auch die, die Opfer-Bingo spielen, und merken, damit kommt man gut durch das Leben.
  • Medizin und Drogen, das, was heilt, ganz macht. Drogen können ebenso Gift sein, und nur in der richtigen Dosis heilsam (oder in der richtigen Zubereitung, wie zum Beispiel in der Homöopathie). Alkohol- und Drogenabhängige (womit wir wieder bei den Opfern wären).
  • der Gehängte im Tarot – oder auch zum Teil der Narr…
  • ich habe bestimmt einiges vergessen, aber die Mehrdeutigkeit dürfte klar geworden sein.

Seitdem Neptun 2011/12 in sein eigenes Zeichen gewechselt ist, ist einige Zeit vergangen.

Ein Zeichen hat 30 Grad. Damit ist auf 15 Grad der Höhepunkt eines Zeichendurchlaufs erreicht, so nimmt danach die nach außen gerichtete Kraft ab, dafür steht die Verarbeitung und Integration im Vordergrund. Das ist dem Vollmond vergleichbar, der danach in seine abnehmende Phase geht. Im Juni und Juli diesen Jahres ist Neptun schon auf 14 Grad Fische vorgerückt und steht jetzt auf 11 Grad Fische. Der Überlauf über die Zeichenmitte findet ab April 2018 über den ganzen Sommer statt.

Was hat Neptun in den Fischen bisher erreicht?

Zuerst einmal ist die Welt, sind wir in unseren Reaktionen emotionaler geworden. Die (in Neptuns Aufenthalt in Wassermann geschaffene) Vernetzung ermöglicht, bei schönen und schrecklichen Ereignissen live dabei zu sein. Bilder, das, was geschieht, oder eine Auswahl an Bildern erreichen uns in jeder Minute, außer wir schaffen es, abzuschalten, und zwar nicht nur unser permanent denkendes Hirn, sondern auch Smartphone und Tablet und Computer und den Fernseher.

Abschalten ist schwieriger geworden. Und es scheint um einiges schwieriger zu sein, die „Wahrheit“ zu erkennen. Ich wiederhole hier nicht die Unworte des letzten Jahres, aber Lüge und Betrug und Vernebelung stehen hoch im Kurs. Gerade an dieser Stelle ist der Einfluss Neptuns und der Fische klar zu erkennen. Wer sagt die Wahrheit, wer provoziert nur, wer verschleiert und wer zeigt welchen Ausschnitt?

„Alles eine Frage der Perspektive“, grinst Neptun und hebt den Schleier nur ein kleines bisschen weiter hoch.

Zudem leben wir in einer Informationsflut

Wir können so viel wissen, kennen lernen, miterleben, sehen und hören, dass ein Tag dafür mindestens 76 Stunden haben müsste, um nur ansatzweise mitzukommen. Abgesehen davon, dass wir es – in der althergebrachten Art und Weise des rationalen Fische-Zeitalters – für rein rationale Informationen halten. Eine Information ist ein Satz, ein Bild, ein Ausdruck, der nur unser Hirn erreicht. Ganz rational. Bits und Bytes, wie bei einem Computer.

Ozean, Wellen und Felsen im Hintergrund
Den Fischen wird der Ozean zugeordnet. Foto: Pixabay

„April, April“ erschallt es lachend aus Neptuns Wohnsitz mitten im Ozean. „Ich zeige dir mal, wie das aussieht, wenn dich eine sogenannte Information erreicht!“ Er hob den Dreizack und die Wellen wurden stärker, die Erde fing leise an zu beben und der Wind spielte mit und drückte das Wasser in Richtung Land. „Ich glaube, das reicht für eine Vorführung, oder?“ schloss er, nachdem sich alles wieder beruhigt hatte.

Und damit sind wir beim Schmerzkörper, um in dem Bild vom aufgewühlten Ozean zu bleiben. Denn der Ozean, den wir nicht nur lieben, weil wir dort die von unserer Seele so ersehnte Weite genießen können, oder den wir fürchten, denn auf dem Ozean kann so viel schiefgehen, wir könnten ertrinken. Und nicht nur im Wasser ertrinken, sondern in unseren Emotionen. Denn, wie schon öfter erwähnt, kommen wir aus einem Zeitalter der Rationalität, insbesondere seit der Aufklärung, seit Spiritualität und Magie für Aberglauben gehalten und verbannt wurden.

Sigmund_freud_um_1905
Von Ludwig Grillich – Christian Lunzer (Hrsg.): Wien um 1900  – Verlag für Photografie, Wien 1999, Gemeinfrei https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2324952

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts haben Freud und Jung die Psychoanalyse entwickelt, und damit eine Beschäftigung mit unseren Gefühlen und den inneren Welten wieder möglich gemacht. Freud war fasziniert von den Trieben, die den Menschen unbewusst steuern. Er betrachtete aber auch nur den einzelnen Menschen, in dem Gefühle zu Hause sind. Alles endete an der Haut. Jung ging einen Schritt weiter mit den Archetypen und dem kollektiven Unbewussten – damit schloss er den Menschen sozusagen an das Kollektiv, an allgemeine Gefühle an.

Psychoanalyse und -therapie ist erst seit den 70er Jahren für mehr Menschen zugänglich. Bis zu dieser Zeit sprach man in der Gesellschaft nicht über Gefühle oder Krankheiten oder Scheidung. Das heißt, wir wurden mit Hilfe von Psychopharmaka (Neptun), mit Schmerztabletten (ebenfalls Neptun) und mit einem „reiß dich ein bisschen zusammen“ damit fertig oder eben auch nicht.

Ein Beispiel: Wir beginnen gerade erst, uns mit transgenerationalen Traumata zu befassen, den Folgen, die eine Traumatisierung durch Krieg und Flucht erst auf die Eltern/ Großeltern und in Folge dann auf die Kinder und Enkel hat. Der Wiederaufbau und das Wirtschaftswunder wurde von traumatisierten Menschen geleistet, für die diese Tätigkeiten, die Arbeit, die Konzentration auf das Schöne, die Zukunft ihre Traumatherapie war.

Heute ist Platz und Zeit und Raum für die Verarbeitung der Traumata da, die Kinder und Enkel jetzt spüren.

Nach einem der großen Hochwasser in Deutschland wurde psychologische Beratung angeboten, denn es hätte ja sein können, dass Menschen davon traumatisiert sind. Das hätte es im letzten Jahrhundert noch nicht gegeben.

Das ganze Reich der Emotionen scheint wie der berühmte Eisberg zu sein – 30 Prozent über der Wasseroberfläche und 70 Prozent unsichtbar darunter. Allein der Jung´sche Begriff des kollektiven Unbewussten und die Archetypen zeigen auf, wie schwierig es ist, das Reich der Seele zu fassen zu bekommen.

Aber das Meer ist oft aufgewühlt, und wir haben alle Hände voll damit zu tun, mit all dieser Emotionalität fertig zu werden. Denn da werden nicht nur schöne Sachen aufgewühlt, auch all das Hässliche, die Aggression und die Wut kommen hoch. Davon würden wir uns gerne abgrenzen, sitzen aber mittendrin. Und wenn durch das, was da hochkocht, aufgewühlt wird, der eigene Schmerzkörper geweckt wird, dann fühlen wir uns mitgerissen.

Und Schutz und Abgrenzung sind nicht mehr so einfach. Es ist nicht einfach das Schlechte da draußen, gegen das wir Mauern und Zäune errichten müssen. Wir sind aufgefordert, mit dem höheren Seegang umzugehen, mit unserem Angestecktsein, mit der Frage: was ist drinnen und was ist draußen. Da wird deutlich, dass Jupiter im Skorpion, der uns die Transformation der eigenen Wut, des eigenen Schmerzes (und dem des Ahnenfeldes) erleichtert, eine Verbindung zu dem kollektiven der Fische und Neptuns hat.

Denn der Fluss (Skorpion) fließt irgendwann ins Meer, in den Ozean (Fische)

Auch wenn er erstmal in einen größeren Fluss mündet.

Für den nächsten Beitrag habe ich Neptun persönlich zu einem Vortrag eingeladen, nachdem er hier schon mal aufgetaucht ist. Er sagt nicht nur was zu Schutz und Abgrenzung, sondern hat einige erhellende Einsichten für diese Zeiten mitgebracht. Jetzt muss ich diesen Vortrag nur noch abtippen;)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Pluto vorläufig und Jupiter nähert sich dem Skorpion (Teil 1)

Heute, am 28. September 2017, wird Pluto wieder vorläufig. Bevor ich zum Jupiter im Skorpion komme und den kollektiven Themen (ja, ich werde etwas weiter ausholen), lassen Sie mich mit Pluto beginnen. Denn der regiert ja auch den Skorpion, es gibt eine Verbindung zu dem zweiten Thema.

Mit Pluto sind die Themen Macht und Ohnmacht, Wandlung und Transformation verbunden.

Der Zusammenhang ergibt sich daraus, dass wenn wir erkennen, dass Macht uns nur scheinbar unverwundbar macht, wir in einer Rolle festhängen, wir unser Herz verschlossen haben, dann kann eine tiefgreifende Wandlung stattfinden. Wir können uns auch einfach den „Geist der Weihnacht“ von Charles Dickens ansehen oder lesen. Oder eine andere Geschichte, in der eine Person ihren Schmerz zulässt, ihr Herz öffnet und weich und einfühlsam wird. Diese Geschichten illustrieren Plutos Arbeit, er taucht wie der Geist der Weihnacht in Dickens‘ Geschichte mitten in der Nacht an Ihrem Bett auf und zeigt Ihnen, worum es geht, was sie verloren haben, welcher Schmerz unter Ihrer harten Schale vergraben ist. Und wie Sie wieder lebendig werden können.

Darum geht es im Skorpion. Das loszulassen, was wir uns an Schale, an Äußerem, an Kleidung und an Posten und Pöstchen erworben haben. Zumindest innerlich, uns nicht nur darüber zu definieren, nicht an dieser „Macht“ oder „Position“ festzuhalten. Zu sehen, wer wir im Kern sind. Stirb und werde – jedes Jahr aufs Neue. Weiterlesen

Impressionen zur Arbeit mit Planetenkarten

Ich war zu Besuch bei Monika Schmitt und Frank Breburda (Studio Alte Mühle) im Westerwald – und dabei ist ein wundervolles Video mit Impressionen von unserer Arbeit entstanden.

Ich stelle meine Arbeit mit den Planetenkarten vor, die dazu dienen, das ganze Horoskop, einzelne Planeten bzw. Anteile der Person oder auch Themen erleb- und fühlbar zu machen. Aber sehen Sie selbst!

Monika Schmitt arbeitet mit Farben, Bildern und im Video mit intuitiver Enkaustikmalerei – die ich ausprobieren durfte. Ich kann nur sagen: bitte mehr davon!

Ich freue mich sehr über diese schönen Einblicke und hoffe, dass ich bald wieder mit einem Video online gehen kann, es hat mir wirklich Spaß gemacht.