Rauhnächte – Zeit zwischen den Jahren

Statt astrologisch das Jahr abzuschließen oder jetzt bereits einen Ausblick auf 2019 zu schreiben, möchte ich Ihnen ein paar Hinweise und Möglichkeiten für die Rauhnächte in die Hand geben oder vielmehr ans Herz legen. Wer sich intensiver mit dieser Zeit befassen möchten, es gibt ein kleines Büchlein von Jeanne Ruland, Das Geheimnis der Rauhnächte aus dem Schirner Verlag.

Die Zeit „zwischen den Jahren“ ist seit altersher eine besondere Zeit, in der die Himmel offen und die Ahnen näher sind und es wichtig ist, zusammen zu rücken, im Familien- oder Freundeskreis behütet zu sein, sich auf das Miteinander zu konzentrieren und auf das, was das kommende Jahr wohl bringt. In den Alpen wird von der Percht gesprochen, die umgeht. Eine raue Zeit im Außen – und eine Zeit, um in sich zu gehen, sich zu sammeln und Wünsche für das kommende Jahr zu formulieren.

Vom 24.12. bis zum 6.1.

Es sind scheinbar unterschiedliche Zählweisen im Umlauf. Die Rauhnächte fangen am 21. Dezember an und gehen bis zum 6. Januar. Und zwölf Tage zwischen den Jahren symbolisieren die zwölf Monate des kommenden Jahres. Das erklärt sich dadurch, dass die Sonnenwende drei Tage braucht, um vollendet zu werden. Das heißt, die Zählung startet mit dem 24. Dezember, der Mütternacht, und geht bis zum 6. Januar, dem Dreikönigstag.

Ruland schreibt: „Am 21. Dezember, in der dunkelsten und längsten Nacht des Jahres, wird das Licht wiedergeboren. Der 22. Dezember bedeutet Stillstand und Einheit. Der 23. Dezember steht für Dualität und Fruchtbarkeit.“

„Der 24. Dezember stellt die endgültige Wende dar, denn erst nach den drei Intervallen vollzieht sich der Umschwung der Erdachse, und das strahlende Kind (das Licht) ist geboren.“

Jeanne Ruland – Das Geheimnis der Rauhnächte
Schirner Verlag 2017, Seite 16

Das Licht, was dann wieder geboren wird, muss zuerst einmal behütet und geschützt werden. Aber fangen wir mit den einfachen Dingen an, der Basis, bevor wir am Ende zu den Wünschen kommen.

Tagebuch führen

Wenn Sie mögen, führen Sie ein Tagebuch in dieser Zeit, notieren Sie auch Ihre Träume, denn diese können wichtige Hinweise enthalten. Achten Sie auf Eingebungen, auf Themen, die sich in den Vordergrund drängen, die Sie beschäftigen, auch wenn es sich „nur“ um kleine Begebenheiten handelt. Das hilft Ihnen, zu reflektieren und wichtige Hinweise, Ideen, Impulse festzuhalten.

Räuchern Sie Ihre Räume

Weihrauch Harz Stücke dunkelgelb
Weihrauch Harz

Damit das Alte, das, was überlebt ist, was zu Ende gegangen ist, was noch hängt von dem Streit oder der Belastung des Jahres, ausgetrieben wird. Und ja, es sind nicht nur Engel unterwegs und die hilfreichen Geister, sondern auch andere, die uns nicht so wohlgesonnen sind. Und dabei hilft das Räuchern, um beschützt zu sein.

Räuchern können Sie mit Weihrauch, mit Weißem Salbei oder auch Wacholder. Alle diese Räucherwaren erhalten Sie nicht nur im Internet, sondern auch in den esoterischen Buchläden. Dort bekommen Sie auch die Räucherkohle und entsprechende Gefäße. Wenn es schnell gehen muss, eignen sich auch die Räucherstäbchen aus dem Asia-Supermarkt von Nagchampa. Die blauen sind etwas leichter vom Geruch, die gelben schwerer.

Wichtiger als das, womit Sie räuchern, ist es, mit einer klaren Absicht an das Räuchern zu gehen. Konzentriert zu sein, bewusst auch in den Ecken zu räuchern, gerne auch die Fensterbänke und an der Wohnungs- oder Haustür. Lassen Sie Türen und Fenster geschlossen, erst wenn Sie mit dem Räuchern fertig sind, lüften Sie einmal kräftig durch.

Vergessen Sie nicht, die Rauchmelder für diese Zeit zu deaktivieren!

Kerzen anzünden!

Kerze, die von zwei Händen beschützt wird

Nehmen Sie nicht nur die LED-Lichterketten, sondern auch richtige Kerzen. Denn das Kerzenlicht verbreitet eine andere Energie als eine Lichterkette. Es geht um die Wiederkehr des Lichts, was wir zur Wintersonnenwende und zu Weihnachten feiern, um einen lichtvollen Impuls, den wir erhalten, um die Samen, die wir in dieser Zeit setzen im Inneren zum Keimen und zum Blühen zu bringen.

Innehalten und Sammeln

eine Glasmalerei oder ein Fenster in Spiralform
Eine Spirale – Symbol für die innere Mitte

Innehalten, nach dem hektischen Advent, in den ganzen Vorbereitungen und Feierlichkeiten, den Familienbesuchen und Partys? Ja, trotz alledem macht es Sinn, sich eine Stunde lang Zeit zu nehmen, zu atmen, zu sehen, wie der Einatem kommt, einen Moment innehalten und dann bewusst ausatmen. Dabei die Konzentration auf den Bauch, in Ihre Mitte zu bringen. So gut es eben geht.

Und in dieser Stunde – oder auch der halben – zu sehen, was sich zeigt, was Ihnen durch den Kopf geht, was Platz haben möchte, was umgesetzt werden will – oder welcher sehnliche Wunsch sich nach vorne, nach oben drängt. Und wenn es „nur“ der Wunsch nach Frieden ist. Schreiben Sie ihn auf, bewegen Sie ihn im Herzen, lassen Sie ihm Raum, auch wenn Sie sich danach wieder ins Gewühl stürzen. Und schreiben Sie ihn auf!

Wenn Sie zur Ruhe gekommen sind, können Sie auch Ihr Herz fragen, was es sich wünscht, was wichtig wird im nächsten Jahr. Manchmal kommen da ganz unerwartete Antworten.

Symbol für die innere Mitte

Es gibt Orte, da liegt in der Natur schon eine Spirale aus Steinen, jemand hat sie dort schon gebaut, oder Sie selbst legen sich eine. Dann gehen Sie langsam und bewusst in die Mitte, in Achtsamkeit, in Meditation oder Gebet und fragen, in der Mitte angekommen, was wichtig wird, bitten um einen Hinweis, um einen Impuls, warten, was da kommt. Achten Sie dann auch auf kleine Hinweise, sie kommen nicht immer in Farbe und in großer Ausführung. Und hinterlassen Sie ein Geschenk, Tabak oder Maismehl oder was Ihnen sonst einfällt.

Suchen Sie Spiralen in der Natur

Sie können auch mit dem Bild der Spirale meditieren, den Weg im Inneren gehen. Experimentieren Sie damit, malen oder zeichnen Sie eine, suchen Sie die Spirale in den Tannenzapfen, in Pflanzen oder Schneckenhäusern, wenn Sie das Symbol anspricht.

Wünsche für das kommende Jahr

Nachdem Sie das Alte entlassen haben, ausgeräuchert, losgelassen, auf die Liste für die Dinge, die Sie im neuen Jahr nicht mehr in Ihrem Leben haben möchten gesetzt haben, können Sie parallel die Wünsche notieren, die Ihnen in den Sinn kommen.

Was möchten Sie in Ihrem Leben haben? Was möchten Sie ausbauen, wieder entdecken oder entwickeln? Fertigkeiten vielleicht, vielleicht auch eine Qualität, von der Sie mehr haben möchten. Spaß und Leichtigkeit, Gesundheit, Harmonie. Fragen Sie Ihr Herz, was ihm wichtig ist – oder was von all den Dingen auf Ihrer Liste wirklich wichtig ist.

Wer die Wünsche klar hat, kann diese mit einem kleinen Ritual mit einer Kerze oder dem Räucherwerk dem Universum übergeben. Schicken Sie sie ab. Das ist die eine Hälfte.

Wenn Sie sich wünschen, Violine spielen zu lernen, dann gehen Sie auch los und buchen Sie einen Kurs. Oder den Lottoschein abgeben, wenn Sie im Lotto gewinnen wollen. Das ist die praktische Seite, Ihr Anteil an dem Ganzen.

Halten Sie sich zurück mit den sogenannten guten Vorsätzen wie Diäten, Joggen gehen oder das Rauchen sein lassen. Es sei denn, es kommt mit Nachdruck auf allen Ebenen, dann fragen Sie danach, wann und wie. Vielleicht kommt die Antwort im Traum zu Ihnen? Aber am 1. Januar etwas zu beenden hat die Qualität einer Brechstange. Gehen Sie wirklich in sich, fragen Sie sich, warum Sie das unbedingt machen wollen und warum an diesem Tag. Für wen und warum?

Die Rauhnächte sind eine Zeit der Besinnung

Das heißt, bis zum 06. Januar geht es um das Finden der Wünsche in Ihrem Inneren. Und diese Wünsche auf allen Ebenen zu verankern, den inneren Samen zu säen, damit die Dinge reifen können. Nach innen zu schauen, um zu sehen, welche Samen wirklich gesetzt werden wollen.

Dann können Diäten, Rauchen beenden oder joggen gehen wirklich aus Ihnen kommen – wenn die Zeit reif ist. Und dann ohne Krampf oder Brechstange und nicht „mit dem Kopf durch die Wand“.

Belastendes während der Rauhnächte

Dies kann während dieser Zeit leichter als sonst verwandelt und transformiert werden. Mit Meditation, Vergebung, The Work, arbeiten Sie daran, die Dinge zu sehen, wie sie sind – ohne daran zu verzweifeln, sondern damit Frieden zu schließen. Sagen Sie sich: nur, wenn ich in Frieden mit einer Situation bin, kann ich sie ändern. Nur, wenn ich sie akzeptiere, wie sie ist, kann ich etwas daran tun. Und um Vergebung zu bitten (was nicht heißt, die Situation zu vergessen) kann helfen – vor allem Ihnen und Ihrem inneren Frieden.

Denn Weihnachten ist ein Fest des Friedens

Laden Sie den Frieden in Ihr Leben ein, so dass sie von den Wogen der Veränderung (was Leben letztlich bedeutet) nicht weggeschwemmt werden, sondern zumindest sagen können: Wer weiß, wofür es gut ist. Falls Sie den Segen in der Situation nicht (gleich) erkennen können.

Das Problematische an Weihnachten ist nicht, dass es ein Festtag ist, dass es um Frieden gehen sollte, sondern dass wir die Erwartung haben, es müsse tatsächlich die schönste Zeit des Jahres sein.

Wenn wir diese Erwartungen loslassen, und sie vor allem anderen nicht vorwerfen, sondern miteinander sind, dann kann Weihnachten wirklich eine schöne Zeit sein.

Frohe Weihnachten!

Ich wünsche Ihnen und Ihren Lieben ein wunderbares Weihnachtsfest und schöne Rauhnächte.

Fotos

https://pixabay.com  – Die Fotos dürfen bearbeitet, heruntergeladen und auch kommerziell verwendet werden.

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2 Gedanken zu “Rauhnächte – Zeit zwischen den Jahren

  1. Birgit 23/12/2018 / 18:47

    Danke für die astrologische Begleitung durchs Jahr, liebe Irene. Ich wünsche Dir eine gute und ruhige Zeit.

    Gefällt 1 Person

Ich freue mich über Rückmeldungen, Fragen, Diskussionen;)

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