Astrologischer Sommer 2018 Teil 2 – Schattenarbeit

Nachdem ich im 1. Teil eine Übersicht über die astrologischen Konstellationen gegeben habe, möchte ich das Thema „Schattenarbeit“ vertiefen, was vor allem im Zusammenhang mit Jupiter im Skorpion öfter auftauchte. Jetzt steht dieser Jupiter im unterstützenden Trigon zu Neptun in den Fischen. Soll heißen, es gelingt jetzt leichter, alte Themen, Muster, Belastungen aufzulösen, loszulassen oder zu transformieren.

Was ist Schattenarbeit eigentlich?

Etwas, was im Schatten liegt, können wir eventuell nicht sehen, vielleicht vermuten wir etwas, aber es steht nicht im Licht. Das bedeutet aus meiner Sicht schlicht: wir sind nicht darauf konzentriert, wir lenken nicht das Augenlicht, das Licht unseres Bewusstseins, darauf. Es muss nicht heißen, dass es unbewusst ist, wir es mit der Schaufel ausgraben müssen, sondern nur einfach: wir nehmen es (noch) nicht zur Kenntnis.

Oder es liegt eine Menge Staub darüber, andere Sachen verstellen die Sicht, wir haben etwas vor Jahren gut verstaut oder uns nie mit einer anderen Sichtweise beschäftigt. Was für mich zum Mensch sein dazu gehört – wir können nicht immer alles im Blick haben.

Oder wir sehen nur die Auswirkungen, den Schatten, aber nicht das Ding, was den Schatten wirft. Wir können daraus also nur Rückschlüsse ziehen auf das eigentliche.

Schattenspiel als Schattenarbeit
Schattenspiel  und Schattenarbeit

Ein aktuelles Beispiel für einen Schatten

Deshalb haben wir viele Arbeitsschritte mittlerweile an Algorithmen, an Google, Facebook oder ein etwas seriöseres Unternehmen wie Datev ausgelagert, damit diese die Arbeit tun. Wie sie das machen, ist uns meistens erst einmal ziemlich egal, Hauptsache es funktioniert. Damit liegt diese Arbeit im Schatten, nicht sichtbar für uns, bis wir anfangen, uns damit zu befassen.

Neptun ist – neben vielen weiteren Zuordnungen – der Planet der Heilung und der Transformation. Neptun ist auch der Schleier, die Täuschung und die Ent-täuschung. Der Schleier, der verdeckt, im Nebel sein lässt, verhüllt, mit schönem, mit den Idealen und dem, wie wir es vielleicht gerne hätten.

Schon die Tarotkarte „Der Gehängte“, die Nummer XII, zeigt das an. Das Bild eines Mannes, aufgehängt an einem Fuß, die Welt umgekehrt sehen können oder eher müssen. Aber auch: sich nicht bewegen können, nichts tun können, hilflos sein.

Tarotkarten Auswahl
Auswahl an Tarotkarten – Nr. 12 – Gehängter gleich Neptun

 

Damit ist das erste Prinzip, die erste Zutat, die Neptun zu der Schattenarbeit des Jupiters beiträgt, schon benannt:

Beobachten und zur Kenntnis nehmen

Von Veränderung ist im ersten Schritt noch keine Rede. Allein das „es so sein lassen“, es akzeptieren, dass es so ist, ist der Beginn der Heilung (ein großes Wort, aber ich lasse es an dieser Stelle einmal so stehen).

Denn all das, wovon ich weg will, was ich „nicht will“, statt etwas positiv zu wollen, lässt mich im Widerstand verharren, in der verzweifelten Aktion. Achtsamkeit – ein anderes Wort für diesen Zustand – lässt mich die Dinge, die Verzweiflung, das Muster überhaupt erst einmal wahrnehmen.

Und während ich es wahrnehme, während ich da so hänge, nichts tun kann, mich ausgebremst  fühle, können sich die Dinge verändern, vielleicht ganz verschwinden, vielleicht teilweise. Es geschieht etwas von allein, ohne etwas zu tun oder extra hinzuzufügen. Nur durch das Beobachten und mich annehmen, in all meinen Facetten. Erkennen, dass sie einen Sinn haben, selbst wenn dieser mir noch nicht klar ist.

Und was ist Ihre Motivation?

Wir sind zunehmend zu einer Sicht gelangt, auch mit Hilfe vieler Selbsthilfebücher und dem Drang zur Selbstoptimierung, sofort alles sehen, verstehen und auch ändern zu müssen. Da ist ein enormer Druck dahinter, die Motivation ist nicht Ganz-werden (was die Übersetzung von Heilung ist), sondern funktionieren können, besser werden, mehr Likes bekommen, noch besser funktionieren können und – last but not least – die Jugend bewahren und dem Alter entkommen. Oder auch: erst wenn ich dieses oder jenes Thema bearbeitet, gelöst, geheilt habe, erst dann werde ich geliebt und erfolgreich sein und Karriere machen. Das ist vielleicht etwas drastisch ausgedrückt, aber Sie wissen, was ich meine.

Diese Frage bringt Sie näher zu sich selbst

Denn allein mit dieser Frage können Sie sich selbst darüber klar werden, ob sie die alten Schmerzen, Muster und Wege wirklich für sich selbst heilen möchten oder um besser und fitter und schöner dazustehen. Die Motivation liegt so lange im Schatten, bis Sie sich ihr zuwenden. Bis Sie erkennen, warum Sie etwas verändern möchten. Geht es um die Karriereleiter, die Sie erklimmen wollen, gut, dann wissen Sie jetzt, warum sie es tun. Wenn es für Sie um den eigenen Seelenfrieden geht, wunderbar!

Denn wenn es um die Karriereleiter geht, und sie sich länger mit ihren Schmerzen befassen (müssen), dann kommt auch leicht die Ungeduld dazu, die sagt, aber nur, wenn du das gelöst hast, kannst du weiter kommen. Wenn du das nicht bald schaffst, dann wird das nie mehr was. Allein das „nie mehr“ zeigt Druck an, Abhängigkeit, Ungeduld. Und so können Sie einen Schritt zur Seite tun, und sich fragen, okay, warum bin ich so von der Karriere abhängig, von der Idee getrieben? Mein eigener Anspruch, der meiner Familie, meiner Eltern? Oder meiner Freunde (alle verdienen so verdammt viel oder wenig Geld, also muss ich…oder will ich es allen zeigen)?

Der erste Schritt ist das Bewusstsein

Der zweite kann dann die Veränderung sein. Die Entscheidung, etwas für sich selbst zu tun. Was wäre, wenn ich es nur für mich tun würde, würde ich es dann immer noch wollen? Sie sehen, eine Frage führt zur anderen. Folgen Sie diesen Fragen doch einmal.

Methoden der Schattenarbeit

Die Auseinandersetzung mit diesen Fragen kann auf ganz verschiedenen Wegen erfolgen. Für sich allein, mit anderen (Stichwort: Selbsthilfegruppen) oder auch mit professioneller Unterstützung.

Auch Astrologie ist eine Form der Schattenarbeit, ein Weg zur Selbsterkenntnis.

Astrologie kann helfen, Licht ins Dunkle zu bringen
Astrologie als Schattenarbeit

Denn im Geburtshoroskop gibt es immer wieder neues zu entdecken, wenn ich mich selbst damit befasse. Selbst ich entdecke nach mehr als dreißig Jahren Beschäftigung damit immer noch Dinge, die ich so noch nicht gesehen hatte, die mir erst jetzt in ihrer Bedeutung bewusst werden.

Denn ein Blick auf das Geburtshoroskop kann zeigen, dass das, was andere Menschen immer wieder tun oder sagen zu mir, ein Planet in meinem Horoskop ist, den ich nicht annehmen kann, mit dem ich nichts zu tun haben will.

Wenn ich viele Planeten in den extrovertierten Luft- und Feuerzeichen habe, mich als Macherin sehe, diejenige, die antreibt und umsetzt – aber einen Mars in den Fischen stehen habe im 7. oder 8. Haus, dann kann es sein, dass ich diesen Mars, den – sehr vereinfacht übersetzt – den hilflosen, den spirituellen, vielleicht auch süchtigen  Menschen, der, der immer nur dann was tut, wenn ich ihn antreibe, auf andere projiziere. Dass Mars mir immer in anderen begegnet, die ich dann antreiben kann. Nicht erkennend, dass ich diesen Teil in mir trage. Dass ich vielleicht aus lauter Angst antreibe, um nicht faul auf dem Sofa beim Seriendauergucken hängen zu bleiben. Jeder Planet gehört zu mir, auch wenn ich ihn (nur) im außen erlebe. Diese Anteile zu erkennen und sie zu mir zu nehmen, auch das ist Schattenarbeit.

Die wohl bekannteste Methode ist schlicht eine Psychotherapie.

Sich bewusst werden, wer Sie sind, was Sie wollen, oder auch nicht wollen. Warum Sie manches tun, was Sie tun. Sich kennenlernen, der eigenen Seiten bewusst werden. Für kurze Zeit, oder auch für längere Zeit.

The Work von Byron Katie

Eine Art der Schattenarbeit, die ich als besonders hilfreich empfinde, wenn ich mich oft und viel ärgere, gerade angesichts des im 1. Teil erwähnten Mars-Uranus-Quadrates, ist „The Work“ von Byron Katie. 

Briefe als Schattenarbeit

Was ich als sehr hilfreichen Hinweis empfunden habe, stammt von Andy Schwab und aus seinem Buch „Die Liebe der Geistigen Welt“. Er fordert auf, zu schreiben, Briefe zu schreiben, an die Geistigen Helfer, Engel oder auch Gott. Briefe über das, was belastet und beschäftigt.

Mit dem Schreiben tauchen wir tiefer ein, wir benennen Dinge und lösen vielleicht schon etwas. Der Vorteil des Schreibens, sagt er, liegt darin, dass wir vorsichtig und nach und nach, eine Schicht nach der anderen abtragen. Das Wichtigste an seinem Vorschlag: schreiben Sie und übergeben Sie es danach der Geistigen Welt (oder Ihrem Höheren Selbst), indem Sie es zerreißen oder verbrennen oder – in diesem Jahr mit viel Erdenergie – vergraben Sie sie. Lesen Sie es nicht noch einmal, korrigieren Sie nicht, und bewahren Sie es nicht auf!

Schreiben mit der Hand als ganzheitliche Tätigkeit
Schreiben mit der Hand ist ganzheitlich

Und vor allem: Schreiben Sie mit der Hand, nein, tippen gilt nicht. Denn mit der Handbewegung kommen Sachen ganz anders in Bewegung.

Da ich schon lange Morgenseiten schreibe (Anregung aus „Der Weg des Künstlers“ von Julia Cameron), sagte mir das Schreiben sofort zu. Und meine Erfahrung damit, die Seiten hinterher der Geistigen Welt zu übergeben, ist, dass etwas in mir weiter arbeitet, ich intensiver träume und sich einfach die Dinge verändern. Knoten lösen sich, sanft aber deutlich.

Gespräche  mit der Geistigen Welt sind eine Variation der Briefe

Vor allem, wenn Sie dieses bei einem Spaziergang tun. Laut vor sich hin reden – das fällt heutzutage nicht mehr auf. Mit dem Gehen bringen Sie Bewegung in die festen Strukturen Ihrer Gedanken und Überlegungen und es kann sich etwas auflösen.

Spaziergänge in der Natur helfen beim Sortieren
Spaziergänge in der Natur lösen und klären

Jane Roberts „Die Natur der persönlichen Realität“ 

habe ich in der letzten Zeit nach 10 Jahren wieder gelesen und einiges hat mich noch einmal sehr beschäftigt. Mehr zu Jane Roberts, ihrem Hintergrund und Seth finden Sie hier. Es wäre viel mehr dazu zu sagen, aber hier geht es ja um die Schattenarbeit.

In diesem Buch erläutert Seth den Zusammenhang zwischen unseren Überzeugungen und Glaubenssätzen – und vor allem geht er noch einmal ausführlich auf das Thema bewusst und unbewusst sein. Und er betont besonders, dass allein die Absicht, etwas wissen zu wollen, das Bewusstsein dazu auffordert, alles ans Licht zu bringen, was mit dem Thema zu tun hat. Dann können Sie mit den obigen Herangehensweisen damit sehr gut weiter arbeiten.

Neptun reagiert mit einer Nebelmaschine, wenn Sie versuchen, etwas zu überstürzen.

Aber da wir Sommer haben, und da Mars rückläufig wird (wir also sowieso nach innen gehen müssen), nützen Sie die Zeit, es langsam angehen zu lassen, sich auf den Gehängten einzustimmen, auf das kopfüber hängen und nichts tun können und gehen Sie meditativ heran. Setzen Sie sich nicht unter Druck.

Fotos: pixabay.com

  1. https://pixabay.com/de/mohnblume-schattenspiel-schatten-192785/
  2. https://pixabay.com/de/wahrsagen-tarock-buchstaben-2458920/
  3. https://pixabay.com/de/tierkreis-astrologie-sternzeichen-60600/
  4. https://pixabay.com/de/schreiben-person-papierkram-papier-828911/
  5. https://pixabay.com/de/spaziergang-landschaft-bäume-sonne-445272/

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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4 Gedanken zu “Astrologischer Sommer 2018 Teil 2 – Schattenarbeit

  1. NJ 15/06/2018 / 14:37

    Ich glaube, ich habe den Artikel jetzt zum 5. Mal in den letzten Tagen gelesen, immer ein bisschen etwas neues herausgezogen, also wird’s mal Zeit für einen Kommentar ;-)

    Während ich den Großteil gut finde, habe ich nur eine Ergänzung – „Kritik“ ist irgendwie überzogen. Ich glaube, es wäre schön, wenn Psychotherapie das leisten würde, was sie sollte, halte das aber allmählich nicht mehr für realistisch … nachdem ich mittlerweile bei vielen TherapeutInnen war und mir oft mehr wie in einer Realsatire vorkam … anyway: worauf ich hinaus möchte: ich denke, es ist auch wichtig in den Körper zu kommen und gar nicht mehr so sehr im Denken nach Gründen der Motivation, o.ä. zu suchen. Ich denke, die Diskrepanz zwischen Denken und wie sich der eigene Körper gerade eigentlich anfühlt oder was der möchte, führt auch zu vielen Problemen.

    Mir hat da van der Kolks Buch „Verkörperter Schrecken“ gefallen. Der englische Titel „The body keeps the score“ gefällt mir eigentlich besser. Ist ziemlich dick, leider etwas teurer und langsam zu „genießen“ bzw zu verarbeiten. Ich glaube, wenn man sich selbst spürt und wahrnimmt, kann man besser seine Grenzen setzen und sich auch dem Selbstoptimierungswahn widersetzen. Ist immer noch eine schwierige Übung, jedenfalls für mich.

    Und ja, immer dieses ausgebremst werden und Geduld lernen! Ganz schön nervig! Aber ist (bei mir) wohl an der Zeit.

    Jetzt werde ich mir mal noch deine Buchempfehlungen anschauen. :-)

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    • irene dietrich 19/06/2018 / 9:16

      Danke für die ausführliche Rückmeldung! Und es freut mich, dass er dir so viel gegeben hat.

      Psychotherapie – ich denke, es ist die am weitesten verbreitete Methode. Ich habe eine ganze Reihe von sehr guten Therapeuten und Therapeutinnen erlebt, die jedoch auch mit Methoden gearbeitet haben jenseits von Verhaltens- und Gesprächstherapie, sprich zum Beispiel Körpertherapie.

      Es ist ja auch die Frage, was Psychotherapie leisten soll, welche Erwartungen wir haben und was sie leisten kann.

      Danke für den Literaturhinweis, da werde ich auf jeden Fall mal reingucken!
      Herzliche Grüße
      Irene

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