Pluto in Steinbock Teil 2 – Meldungen nach der Überfahrt

Die letzten Tage beobachte ich – mit mehr oder weniger Amüsement – wie schnell sich der Übertritt des doch so langsamen Pluto in den Steinbock schon niedergeschlagen hat.

Nachdem ich in dem 1. Teil zu Pluto in Steinbock festgestellt hatte, daß die letzten Jahre das Auswanderungsfieber auch die Deutschen gepackt hat, durfte ich vor ein paar Tagen im Programm eines Fernsehsenders die Sendung „Die Rückkehrer“ – Teil I von IV entdecken. Na also, dachte ich, jetzt kommt „auch im Ausland hat man’s schwer“ oder: Traum trifft Realität, Schütze trifft Steinbock, den Realisten.

Ich zappte rein und sah: eine Familie in Südafrika. Die Frau und ihre beiden Töchter hatten sich wirklich eingelebt, fühlten sich wohl, hatten eine Reiterfarm aufgebaut, fühlten sich mittlerweile zuhause.

Der Ehemann hingegen, Lehrer, wenn ich richtig erinnere, war die treibende Kraft für eine Rückkehr.

Ihm war im Ausland aufgefallen, wie sehr er doch Deutscher ist. Daß man das nicht einfach abschütteln kann. Und was „Heimat“ (das ist das Gegenzeichen zum Steinbock, Krebs, was aktiviert wird) bedeuten und ausmachen würde, wäre ihm erst dort in der Ferne klargeworden.

Klarer Fall von „das Gras ist woanders immer grüner“. Bzw. erst wenn ich die Dinge nicht mehr zur Verfügung habe, weiß ich, was mir fehlt.

Er litt unter Heimweh. Frau und Töchter sprachen vor allem davon, von wievielen Dingen sie sich verabschieden müßten, wenn sie nach Deutschland zurückgingen. Ich thematisiere jetzt nicht noch, daß es eine 1 zu 3 Entscheidung war.

Man hätte es mithilfe der Astrogeographie vorher sagen können, ob und wie gut sich jemand woanders einleben kann.

Edit 09.02.08: Mit Methoden dieser Richtung kann man herausfinden, welche Thematiken an einem beliebigen Ort auf der Erde aktiviert werden. Außerdem möchte ich an dieser Stelle darauf hinweisen, daß Dagmar Wäscher – eine Astrologin – Probanden sucht für eine astrogeographische Studie. Und zwar Menschen, die wegen einer Liebe den Ort gewechselt haben. Den Link und detailliertere Informationen finden Sie hier.

Außerdem – nur als Randnotiz – kommt man erst nach 2 Jahren defintiv an einem neuen Ort an. Das entspricht einem Mars-Umlauf. Erst dann kann man von Verwurzelung sprechen.

Angesichts der Schönheit der Ferne und des Glücksversprechens war es vermutlich unwichtig, daß einen dort auch die harte Realität erwartet.

Ach ja, Glück – eine amerikanische Astrologin, Lynn Hays, hat Interessantes ausgegraben, und ihren Blog-Beitrag mit „Pluto in Capricorn – Enough Happiness Already“ betitelt.

In den letzten Tagen hatte ich für mich das Gefühl, egal, welchen Newsletter ich erhielt oder auf welchen anderen Sites im Netz ich mich rumtrieb, es ging nur noch um „Ziele verwirklichen“ und „Glück“ und „Konzentrieren Sie sich“. Ich fühlte mich, als ob ich eine Überdosis von all diesen Dingen erhalten hatte. Dieser Artikel sprach mir aus der Seele.

Jerome Wakefield, Professor der Psychiatrie an der New York University und Co-Autor des Buches „The Loss of Sadness – How Psychiatry Transformed Normal Sorrow into Depressive Disorder“ (2007), stellte fest, daß seine Schüler zu ihm kamen, als sie nach einer Trennung am Boden zerstört waren. Sprich: in einer Trauerphase, in der es völlig normal und für den Heilungsprozeß wichtig ist, traurig zu sein, in der Krise und eventuell sogar bis an den Rand einer klinischen Depression zu geraten.

Diese Schüler (nebenbei bemerkt, die Generation mit Pluto im Skorpion (geboren 1984-1995, die alles sehr intensiv und bis an und über die Grenzen erleben wollen) kamen zu ihm, weil sie Hilfe suchten.

Nicht für die Trennung, sondern weil sie von ihren Eltern gedrängt wurden, therapeutische oder sonstige medizinische Hilfe (sprich: Psychopharmaka) zu suchen. Was sie einfach nicht wollten. Sie baten ihn, mit ihren Eltern zu sprechen, weil sie nicht chemisch sediert werden wollten.

Abgesehen davon, daß man emotionale Probleme nicht mit Pillen reparieren kann, wird Pluto in Steinbock wieder die Worte harte Arbeit, Realität und Disziplin ans Licht holen. Wenn wir es schaffen, die schönen Vorstellungen in die Realität zu holen, sind wir einen Schritt weiter.

Es geht jetzt nicht darum, das positive Denken aufzugeben – ganz im Gegenteil. Penny McLean schlug vor Jahren in ihrer Schutzengel-Trilogie schon den Begriff „Optimiertes Denken“ vor, was ich als einen guten Begriff und ein realistischeres (sprich: Steinbock-betontes) Rangehen empfinde.

Aber sich eben auch bewußt zu machen, wie Lynn Hayes es so schön schreibt, daß Unzufriedenheit und Traurigkeit auch als Motivator dienen.

Denn wie wir Astrologen aus der praktischen Arbeit wissen, sind Quadrat-Aspekte oder 90°-Winkel = Saturn-Aspekte (Saturn ist Steinbock) und stehen für Unzufriedenheit und daraus resultierend Antrieb und Arbeit.

Und wer wenige herausfordernde Aspekte im Horoskop hat, dem fehlt oftmals der Antrieb, etwas aus seinen Talenten (für die u.a. Trigone, die fließenden 120°-Winkel, stehen) zu machen. Dazu brauchen diese Menschen dann den Antrieb von außen – in Form von anderen Menschen, von Transiten oder Progressionen.

Seien Sie also dankbar für ihre Traurigkeit, ihre Unzufriedenheit und nehmen Sie sie als Antrieb, etwas auf die Beine zu stellen. Sie müssen nicht immer glücklich sein, aber zufrieden mit den kleinen Schritten die Sie in Richtung auf ihr Ziel und ihr Glück machen.

Und wenn Sie zwischendurch traurig sind – auch das brauchen Sie. Nur Sie wissen, wofür – wenn Sie auf ihr Herz hören.

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2 Gedanken zu “Pluto in Steinbock Teil 2 – Meldungen nach der Überfahrt

  1. Andrea 09/02/2008 / 0:07

    Wie wahr, wie wahr: ohne Unzufriedenheit keine Veränderung.

    Dieser Unsinn, mit Psychopharmaka gegen stinknormale heftige Traurigkeit vorzugehen, ist so wie sich mit Botox sämtliche kritischen Gefühlsäußerungen aus dem Gesicht wegspritzen zu lassen. Oder generell Lebensspuren zu entfernen. *grusel*

    Die Pillen zur chemischen Entfernung übler Erinnerungen und posttraumatischem Stress, die laut L.Hayes derzeit getestet werden, jagen mir gleich noch einen Gruselschauer mehr über den Rücken. Selbst WENN man das Konzept nachvollziehbar fände, so bezweifle ich doch stark, dass man Erlebtes durch die richtige Kombination an Chemikalien vollständig aus einem lebenden Menschen auslöschen kann. Wenn sich das Hirn nicht mehr erinnert, tut’s ein anderer Teil vom Körper. Jedenfalls glaube ich das.

    Es gibt zwar einiges in meiner Vergangenheit, von dem ich wahrhaft froh bin, dass es bereits hinter mir liegt – aber wo/wer wäre ich denn heute, wenn es diese Krisenzeiten nicht gegeben hätte? Wahrscheinlich ein äußerst oberflächlicher und uninteressanter Mensch…

    Dann lieber die harte Realität, auch wenn man sich an der zuweilen schier die Zähne ausbeißt.

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  2. irene dietrich 09/02/2008 / 19:04

    Liebe Andrea,

    herzlichen Dank für den Hinweis auf den zweiten Teil des Artikels. Ich werde mich die Tage dazu nochmal ausführlicher äußern und in Ruhe!

    LG, Irene Dietrich

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